#failoftheweek: BILD mit Hitler-Schlagzeile erwischt!

Die Bild-Zeitung überraschte unsere Bundesrepublik im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Drogenkonsum des Bundestagsabgeordneten Volker Beck mit einer: Hitler-Schlagzeile. Wie konnte es dazu kommen? Der Zündfunk veröffentlicht heute exklusiv alle schmutzigen Details.
BILD-Titelblatt am 3.3.16.Eigentlich sind bis Mittwochabend schon alle Witze gemacht zum mutmaßlichen Drogenkonsum des Grünen-Politikers Volker Beck. Alle „Breaking Bad“-Anspielungen sind schon durch, auf Facebook kursieren zu diesem Zeitpunkt schon ein gefühltes halbes Dutzend Photoshop-Montagen, die Volker Beck in der Rolle des Walter White zeigen.

Es herrscht akuter Humor-Notstand im Land. Was zu diesem Zeitpunkt kaum jemand ahnt: In einem abgedunkelten Raum in der Axel-Springer-Straße 68 in Berlin, sitzen die klügsten Köpfe der Bild-Gruppe zusammen und suchen nach einem Ausweg.

Ein junger Redakteur, Berlin-Mitte-Brille, Seitenscheitel, Karohemd und erst das zweite Mal in der Planungskonferenz, meint voller Enthusiasmus: „Lasst uns was mit Penis machen!“. Herausgeber Kai Diekmann blickt den jungen Mitarbeiter ruhig an. Dann drückt er einen kleinen roten Knopf, woraufhin sich unter dem jungen Journalisten eine Falltür öffnet und dieser mitsamt seines Stuhls hunderte Meter tief in ein kochendes Lavabecken fällt.

Ein kurzes Zischen ist zu hören, dann meint Diekmann: „Gibt es weitere Vorschläge?“ Schweigen. Irgendwann hebt Tanit Koch, die neue Chefredakteurin der Bild-Zeitung, zögerlich ihre Hand: „Vielleicht bekommen wir einen Hitler-Spin mit rein…“ Diekmann winkt genervt ab, sein Finger sucht schon den kleinen roten Knopf, doch dann hält er inne: „Was genau wäre denn Ihr Vorschlag?“ Tanit Koch nun beflügelt: „Grüner mit Hitler-Droge erwischt!“ „Ich bitte Sie: Grüner mit Hitler-Droge erwischt?!“, poltert Diekmann, „das ergibt doch gar keinen Sinn! Was hat denn der Rauschgiftkonsum von dieser nicht-heterosexuellen Öko-Brille mit Hitler zu tun? Sollen wir demnächst dann ‚Merkel in Hitler-Auto erwischt!‘ titeln, wenn die Kanzlerin das nächste Mal in einen VW einsteigt? Oder ‚Polizei mit Hitler-Hunden erwischt!‘ als Bildunterschrift bei Schäferhunden im Rauschgiftdezernat? Das ist mir alles zu medioker!“ Tanit Koch schaut Diekmann tief in die Augen: „Ja, schon. Aber es würde halt Hitler vorkommen in der Überschrift.“ Mit glasigen Augen haucht sie noch ein „Hitler“ zärtlich hinterher.

Diekmann ist irritiert, auf dem falschen Fuß erwischt, Gänsehaut perlt am Handrücken, die glänzenden Wangen beginnen sich zu röten, hektisch zieht er ein Brioni-Taschentuch aus dem Armani-Sakko und wischt sich Schweißtröpfelchen von der Stirn. Hitler, Hitler, Hitler… Alleine das Wort! Plötzlich durchströmt Serotonin, Noradrenalin und auch ein wenig Dopamin seinen massigen Körper. Und dann ist es fast wie damals: Damals, als er den Begriff „Hitler-Herpes“ erfunden hat zum Beispiel.

Hitlers Hunde, Hitlers Helfer und Hitlers Hoden

Vor seinem inneren Auge tanzen nun die ganzen Buchstaben von Hitlers Hunden, Hitlers Helfern und Hitlers Hoden einen Cha-Cha-Cha. Ja, vielleicht wollte er irgendwann los von den Hitler-Überschriften, von der ganzen Trivialisierung des Dritten Reiches und von dem ganzen anderen Banalo-Parallelogramm. Aber nicht jetzt, nicht heute, nicht bei all dem Druck, dem Medienmacher wie er in der Zeitungskrise ausgesetzt sind. Erschöpft sinkt Diekmann in seinen Sessel und säuselt mit schwacher Stimme: „Gut, lass mal machen…“ Im Grab lächelt unbemerkt: Der Führer.

 

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