Vier Modetrends, die wir verpasst haben – und die wir in den nächsten Jahren wieder verpassen dürfen

Vokuhila ist wieder in? Und Jogginganzüge? Hier eine Liste der Toptrends, die völlig an uns vorbei gegangen sind. Zurecht, denn: What looks good today, may not look good tomorrow. Von Maria Fedorova

Nummer eins: Vokuhilas

Ein großer Vokuhila-Vorreiter war ein erhabener Außerirdischer: David Bowie. Als Ziggy Stardust trug er die markante Frisur vorne kurz, hinten lang. Das alles in einer rötlich-orangenen Farbe, dazu noch das abgespacte Make-up. Die 80er Jahre haben Vokuhilas dann auf die Erde gebracht: unter die Manta-Fahrer und Iron Maiden-Fans. Die Serie „Stranger Things“ hat den „VoKuHiLa“-Stil im Pop aufgewärmt. Endgültig reanimiert wurden Vokuhilas aber letztes Jahr von hyper-hippen Kunststudenten. Die sorgfältig geschnittene Frisur sollte dabei trotzdem ungepflegt ausschauen und damit doppelt-subversiv wirken.

Nummer zwei: Nokia-Handys

Der einst wichtigste Handyhersteller Nokia hat den Einstieg in den Smartphonemarkt verpasst – und hat beschlossen verstärkt auf die Tech-Nostalgie zu setzten. So wurde das 8810-Modell neu rausgebracht, besser bekannt als ein „Matrix“-Handy. Ein Muss für alle, die Nein zum Silicon Valley sagen und allen zeigen wollen, dass sie die Codes des Cyberpunk richtig verstehen. Dumm nur, dass Nokia als cooles Accessoires nur dann funktioniert, wenn man ein Smartphone dabei hat. Oder wie sonst werden Fotos mit dem hippen Slide-Handy auf deinem Instagram-Account landen?

https://www.instagram.com/p/BZN1dBLHb8c/?tagged=flipphone

Nummer Drei. Die post-sowjetische Ästhetik

Lange galt Russland in Sachen Mode als Terra Incognita. Das hat sich aber geändert: Rapper wie Ufo361 und Olexesh feiern die Ästhetik der russischen Skater: Hammer und Sichel und die kyrillische Schrift auf T-Shirts, Jogginghose, Gürteltaschen und kahl rasierter Kopf. Besonders Trendbewusste rasieren sich das Adidas-Logo in die Haare und erinnern damit an russische Gopniks. Gopniks sind ein bisschen Punk, ein bisschen Hooligans, sie haben ein Faible für Trainingsanzüge, sitzen am liebsten den ganzen Tag in der Russenhocke und signalisieren damit: Mit uns legt man sich besser nicht an. Dieser post-sowjetische Brutalismus scheint eine magische Anziehungskraft zu haben. Kann aber auch sein, dass sich alle nur freuen, dass die saubequemen Jogginganzüge modisch rehabilitiert wurden.

photo by: @konstantin_vekhov #gosharubchinsky

A post shared by @ stahlsonnenuntergang on

Nummer vier: Aufgespritzte Lippen

In den USA hat der Boom der Schönheits-OPs hat einen inoffiziellen Namen bekommen: Der Kardashian-Effekt. Fans von Kylie Jenner lieben ihre Lippen und wollen die gleichen haben. Der „Do it yourself“-Wahnsinn ist ausgebrochen. Frauen wie Männer haben angefangen, sich die Lippen selbst aufzupumpen: Zuhause, mithilfe einer Flasche, die man ansaugt und so Unterdruck erzeugt. Die verstörenden Videos und Bilder der wunden Lippen wurden im Netz unter dem Hashtag „Kylie Jenner Lips Challenge“ geteilt. Der Hype wurde aber schnell durch sein Gegenteil abgelöst: Der Natural Look, also ohne Make-up, dafür aber mit einer Sheet Mask, einer wertvollen Gesichtsmaske. Das klingt aber jetzt auch schon wieder ab – zum Glück!

Merke: What looks good today, may not look good tomorrow

Hype hin – Hype her: Alles wird in in der Mode als Revolution verkauft. In Wirklichkeit funktioniert es bloß nach der alten Regel: What looks good today, may not look good tomorrow. Und andersrum…

 

Kommentieren:

Kommentare werden vor der Freischaltung geprüft. Mehr in den Kommentarrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.