Warum die Gelbwesten wenig mit bösen Bots zu tun haben

Jetzt sollen Social Bots also auch noch schuld sein an den Gelbwesten-Protesten in Frankreich. Christian Schiffer findet im #failoftheweek hingegen: Alles Tech-Voodoo!

 

Diese Woche dann also doch: Emanuel Macron hielt eine Rede an die Nation. 21 Millionen Franzosen schauten zu, wie der Präsident nicht nur soziale Wohltaten ankündigte, sondern auch sich selbst eine Mitschuld gab, an den Protesten der Gelbwesten: Ja, auch er habe Fehler gemacht, er sei blind gewesen für die Probleme und die Wut vieler Franzosen. Doch dann ploppten diese Woche noch weitere Schuldige auf.

Schuldige mit so klingenden Namen wie etwa cryptodu30 oder teluap@06. Schuldige, auf die man irgendwie alles abwälzen kann, sei es die Wahl von Donald Trump, den Brexit und das Aufkommen von Fake News. Schuld haben sollen Social Bots, denn die sollen nicht nur die Proteste der Gelbwesten angefeuert haben, sondern auch die gegen den Migrationspakt. Der Glaube, an die Macht von Bots hat dabei fast schon etwas von Tech-Voodoo: Einfach bei Vollmond ein paar Bots basteln und fertig ist die Revolte. Bei einem der bekanntesten und größten der rechten Twitter-Bots, liest sich das dann so:

 

NEW VIDEO by Hagen Grell: Kein Witz! UN Migrationspakt aus #Merkels Feder? – Bystron (#AfD)

NEW VIDEO by Red Ice TV: Global Compact for #Migration Impact on Finland – Impivaara

NEW VIDEO by Martin Sellner (German): Wie man Straßburg verhindern kann – Ein Rezept

Langweiliger geht’s eigentlich kaum. Aber natürlich: Social Bots verbreiten politische Botschaften und sie tun das mit einer Ausdauer, die die nicht mal der hartgesottenste menschliche Troll aufbringen kann. Sie essen nicht, sie schlafen nicht, sie müssen nicht aufs Klo. Doch andererseits: Sie antworten auch nicht oder nur ziemlich wirr und sind oft leicht zu erkennen, entweder mit gesundem Menschenverstand oder mit speziellen Tools. Richtig viele Follower haben sie auch nur in seltensten Fällen. Mag sein, dass, künstliche Intelligenz irgendwann zu raffinierteren Bots führen wird, die man von Menschen dann gar nicht mehr unterscheiden kann, aber so weit sind wir noch lange nicht. Einfluss auf Debatten nehmen immer noch vor allem Menschen, auch wenn diese Menschen vielleicht in irgendwelchen Trollfabriken sitzen, wo sie Tag ein Tag aus im Accord twittern, retweeten, mit Sockenpuppen-Accounts herumjonglieren und versuchen Debatten zu beeinflussen. Vor einem Jahr kam beispielsweise heraus, dass der Twitter-Promi Jenna Abrams gar keine Frau war, also eine echte Frau aus Fleisch und Blut, sondern ein Fake-Profil – betrieben von einer Petersburger Trollfabrik. Trotzdem folgten ihr 70.000 Menschen und trotzdem wurden ihre Tweets von namhaften Medien zitiert und von Trump-Mitarbeitern weiterverbreitet.

Ein Bot hat keine Angst, dass am Ende des Monats das Geld nicht reicht

Jenna Abrams war Fake, die Wut der französischen Gelbwesten ist es nicht. Das zeigen nicht zuletzt die zahlreichen Wut-Selfies, die durch die sozialen Medien schwappen, das zeigt aber auch einer der Slogans der Bewegung, der viral gegangenen ist, nämlich: „Sie reden vom Ende der Welt, aber wir, wir reden vom Ende des Monats“. Ein Bot hat keine Angst, dass am Ende des Monats das Geld nicht reicht, ein Mensch schon, eben deswegen braucht es auch keine Bots, die einen solchen Satz verbreiten. „Back to real life!“ will man da fast schon den Politikern zurufen, die sich überbieten mit Forderungen nach Anti-Bot-Maßnahmen, obwohl sie doch gar keine Anti-Bot-Maßnahmen fordern müssten, wenn sie mit derselben Inbrunst Anti-Armuts-Maßnahmen fordern würden. Macron hat das hoffentlich verstanden.

 

 

#failoftheweek: Das neue Digitalministerium ist genauso überflüssig wie Windows Vista

Judith Gerlach ist die große Überraschung im Kabinett von Markus Söder. Die 33-jährige darf das erste bayerische „Digitalministerium“ leiten. „Digitalministerium“, das klingt erstmal total gut, nach cyber und schnellem Internet und lustigen Katzen-Gifs. Die Realität wird aber vermutlich eher trostlos, meint Christian Schiffer.

Dr. Markus Söder überreicht Judith Gerlach die Digital-Urkunde

Judith Gerlach ist CSU-Abgeordnete, 33 Jahre alt, Bayern-, Schweinebraten-, und Familien-Fan; 1.015 Follower bei Insta, 2.240 bei Facebook. Leider Null auf Twitter. Bei Twitter hat Judith Gerlach nämlich nicht mal einen Account, was ihr ein wenig Spott eingebracht hat, vor allem auf Twitter selbst, wegen #Neuland und so. Diese Judith Gerlach soll nun Deutschlands erstes Digitalministerium leiten, ein Ministerium, das sich unheimlich nach Zukunft, Innovation und Cyberirgendwas anhört, bei dem man sich aber auch fragen kann, was das Ganze soll.

Denn Internet ist nicht nur irgendein Querschnittsthema, es ist die Mutter aller Querschnittsthemen. Im Bundesverkehrsministerium kümmern sich allein 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Fragen der Digitalisierung. Sogar im Landwirtschaftsministerium sind es immerhin noch zwei. Wenn wir von Kulturpolitik sprechen, sprechen wir oft auch von Digitalpolitik. Auch wenn es um Wirtschafts- , Infrastruktur- oder Gesundheitspolitik geht und genauso bei der Innen- und der Justizpolitik.

Digitalpolitik, das ist wie Ei-Glibber, der eine saftige spanische Tortilla zusammenhält: Es ist überall mit drin und es rauszupulen und in ein eigenes Ministerium zu verfrachten, das ist keine besonders gute Idee. Trotzdem wird seit Jahren auch auf Bundesebene ein Digitalministerium gefordert: von der FDP, von Lars Klingbeil, vom Mittelstand, von der AfD, von der IT-Industrie, von Cem Özdemir, von Alexander Dobrindt und natürlich Hubert Aiwanger von den Freien Wählern.

Eine Bad Bank für kreuzlangweilige Themen

Das „Digitalministerium“ scheint zur Generallösung zu werden. So eine Art „Wir müssen mehr in die Bildung investieren“ – nur halt fürs Netz. Dabei wirkt das Digitalministerium, zumindest in Bayern, eher wie eine Bad Bank für kreuzlangweilige Themen: Alles, was so sedierend klingt, dass es einen direkt ins Koma schickt, soll in diesem Ministerium gebündelt werden: IT-Kooperation im Bund, IT-Recht, IT-Controlling, Digitalisierung der Verwaltung. Themen also, die zuvor im Finanzministerium, in der Staatskanzlei oder im Justizministerium bearbeitet wurden – wo sie eigentlich auch hingehören.

Am aufregendsten ist noch, dass das neue Ministerium für die Film– und Computerspielförderung zuständig sein soll. Vermutlich, um wenigstens ein kleines Budget verwalten zu dürfen. Aber auch das hat natürlich sehr viel mehr mit Kultur zu tun, als mit Internet.

Als „Zentrale Vordenker-Stelle“ sieht der frischgebackene Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger das neue Digitalministerium. Das wiederum klingt irgendwie nach Internet-Bundespräsidialamt. Dorothee Bär ist auf Bundesebene als Digital-Staatsministerin im Kanzleramt eigentlich ja genau das: Wenn irgendwer eSport nicht fördern möchte, dann mahnt und warnt die CSU-Politikerin und wenn Deutschland mal wieder beim Netzausbau oder den Flugtaxis hinterherhinkt, dann soll bitteschön endlich mal wieder ein Ruck durch das Land gehen.

Wir können nicht nur Lederhose, sondern auch Laptop – ein bisschen

Dazu koordiniert Dorothee Bär die Digitalthemen der verschiedenen Ministerien, was ja sinnvoll ist bei einer Position, die im Kanzleramt angesiedelt ist. Genau so hätte man das in Bayern auch handhaben können, stattdessen bekommen wir nun ein Schaufenster-Ministerium, das in etwa genauso überflüssig ist wie Windows Vista.

Und das alles nur, damit irgendwer sagen kann: Schaut‘s her! Wir können nicht nur Lederhose, sondern auch ein bisschen Laptop.

 

Blackfishing – Wenn sich Influencerinnen für die Reichweite schwarz schminken

Mehrere hellhäutige Instagrammerinnen geben sich durch dunkle Schminke als schwarze Frauen aus. Das hat eine leidenschaftliche Debatte entflammt: Ist es in Ordnung, wenn sich weiße Frauen als Schwarze ausgeben? Von Malcolm Ohanwe

Über dieses Thema wird im Netz gerade hitzig diskutiert: Ein Twitter-Post listet weiße europäische Instagrammerinnen auf, die sich durch dunkle Schminke und afrikanische Flechtfrisuren als angeblich schwarze Frauen ausgeben. Die Bezeichnung für den „Trend“: Blackfishing. Nach der MTV-Serie Catfish, in der Leute sich im Internet als jemand anderes ausgeben. Der Post hat über 45.000 Retweets erhalten und eine leidenschaftliche Debatte entfacht.

Viele der aufgelisteten Influencerinnen kommen aus Schweden, Italien oder UK. Die meisten haben viele schwarze Followerinnen, die deren Schönheit und Mode feiern und ihnen folgen, um andere Black Beautys zu supporten. Das ist eine Form von Empowerment und Inspiration. Eine dieser vermeintlichen Black Beautys, Emma Hallberg, ist aber aufgeflogen, als sie ein Schmink-Tutorial online gestellt hat: In dem Video schminkt sie ihren natürlichen Hautton fünf Töne dunkler.

 

Die Vorwurf lautet: Die Frauen schminken sich schwarz um Reichweite zu bekommen und den Beauty-Markt einzunehmen. In der weißen Beauty-Welt seien sie nur Durchschnitt, aber im schwarzen Beauty-Markt gelten sie als exotisch. Dunkel geschminkt, sähen die Mädchen wie halbschwarze Frauen aus, welche besonders im afroamerikanischen Kosmetik-Business gefragt sind.

Für viele dunklere schwarze Youtuberinnen, wie die Bloggerin Chrissie, hat dieses Phänomens eine ganz klare Ursache: Es fehlt eine klare Definition: In der westlichen Welt gilt nach der „1-Tropfen-Regel“ jeder als schwarz, der zumindest einen schwarzen Großelternteil hat. Das verwässere das Selbstverständnis von schwarzer Schönheit und verschiebt ihren Standard von vornehmlich sehr dunkler Haut und sehr krausem Haar zu hellerer Haut und feinerem Haar. Dass auch Leute mit nur relativ kleinen Anteilen afrikanischer Wurzeln als Schwarze klassifiziert werden, mache es erst möglich, dass auch weiße Frauen mit gewellten Haaren und vergleichsweise leichter Sonnenbräune schon als Schwarze missverstanden werden können. Unmissverständlich schwarze Youtuberinnen wie Chrissie sehen das als Wake-Up-Call, schwarze Schönheit jenseits von halbschwarzen Stars wie Alicia Keys oder Halle Berry zu definieren, und sich eher an Darkskin-Promis wie Lupita N’yongo zu orientieren, dann passiere so etwas wie jetzt mit den europäischen Instagrammerinnen nicht so leicht.

Eine andere afroamerikanische Youtuberin, MaadeMoiselle, wirft den weißen Influencerinnen vor, dass die das Schwarzsein als Arbeitsuniform benutzen, die sie an- und ablegen können. So bekommen die fake-schwarzen Mädchen Beauty-Produkte wie Hautcremes oder Afroperücken von afroamerikanischen Herstellern zugeschickt und nehmen schwarzen Instagrammerinnen Jobs weg.

Die europäischen Instagrammerinnen geben sich unschuldig

https://twitter.com/riverscurse/status/1060840405057581056

Die meisten europäischen Influencerinnen verstehen die Aufregung nicht. Sie haben ein ganz anderes Verständnis von race relations als Amerikaner. Die Schwedin Emma Hallberg erklärte kurzerhand, der Look käme von ihrer Sonnenbräune, andere behaupten es sei einfach die Pubertät, die sie dunkler mache. Nur wenige – wie das deutsche Social-Media-Starlet Martina Big – sagen ganz offen, dass sie sich bewusst verändern und sich beispielsweise Bräunungs-Spritzen geben.

Martina Big macht das nicht mit der Absicht Schwarze zu parodieren, sondern weil sie sich so schöner fühlt, sie will niemandem etwas böses. Wahrgenommen wird sie von vielen Schwarzen aber letztlich als Karikatur.

Schwarze Frauen haben historisch nicht aus Lust und Laune ihre Haare geglättet

Weiße Instagrammerinnen argumentieren auch oft, dass schwarze Frauen ja auch geglättete Haare tragen würden, und sich da auch keiner aufregt – und es somit einen ebenbürtigen Austausch gebe. Das sagte zum Beispiel die deutsche Influencerin Shirin David, als sie für ihre Rastazöpfe (sie hat sich nicht dunkel geschminkt) angegriffen wird.

Dem ist zu entgegnen: Schwarze Frauen haben historisch nicht aus Lust und Laune ihre Haare geglättet oder Perücken aufgesetzt: Sie wurden gesellschaftlich unter Druck gesetzt, weil ihr natürliches afrikanisch-texturiertes krauses Haar verachtet wurde. Dunkelhäutige Frauen haben ihre Haare glatt getragen, um gesellschaftlich zu überleben, weiße tragen ihre Haare nach afrikanischem Vorbild um trendy zu sein.

Kulturelle Aneignung wird schon seit einigen Jahren kontrovers diskutiert.

Kulturelle Aneignung – vor allem das Aneignen von ästhetischen Merkmalen, die man schwarzen Frauen zuschreibt, also dicke Hüften, volle Lippen, braune Haut und lockiges dunkles Haar – wird schon seit Jahren sehr heftig diskutiert. Den Kardashians zum Beispiel – einer sehr erfolgreichen weißen Glamour-Familie aus den USA – wird unterstellt, sie hätten ihr ganzes Imperium darauf aufgebaut. Fast alle Kardashian-Frauen haben einen schwarzen Ehepartner oder Liebhaber und sich kosmetisch entsprechend verändert. Und auch in Mode-Magazinen wie Elle oder Vogue wird ständig neu verhandelt, ob weiße Frauen sich schwarzer Frisur-, Körper- oder Schönheitsmerkmale aneignen dürfen, weil es fast immer darauf hinausläuft, dass sie schwarzen Frauen Business-Möglichkeiten wegnehmen und es dazu beiträgt dass schwarze, vor allem dunklere schwarze Frauen, medial obsolet und unsichtbar werden…

 

Red Dead Redemption 2 wird ein Stück Popkultur der Superlative – auf Kosten der Entwickler

Groß, bunt, detailreich: Red Dead Redemption 2 ist das Blockbuster-Spiel des Jahres. Doch für die Mitarbeiter war die Arbeit an dem Spiel offenbar kein Spaß. Eine Diskussion über die Arbeitsbedingungen in der Computerspielbranche ist überfällig, sagt Christian Schiffer.

Red Dead Redemption 2 erscheint nächste Woche und ist das Blockbuster-Spiel des Jahres. Es wird ein Stück Popkultur der Superlative: Angeblich enthält das Spiel 300.000 Animationen und 500.000 Dialogzeilen, die von 700 Sprechern aufgenommen wurden. Das Western-Spiel katapultiert uns in das Jahr 1899, in dieser detaillierten Welt können wir uns austoben, Züge überfallen, jagen, prügeln, ins Theater gehen, Karten spielen, der Story folgen und natürlich in den Sonnenuntergang reiten. Wobei das mit der „detaillierten “ Welt eine beachtliche Untertreibung ist.

Arbeitsbedingungen wie im Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts

Das Spiel simuliert akkurat den Bartwuchs unseres Helden und führt penibel Buch über die Verdauungstätigkeit der Pferde, sprich: Irgendwo im Hintergrund des Spiels wird präzise ausgerechnet, wann für das Pferd mal wieder eine Darmentleerung ansteht. Ach ja: Außerdem schrumpfen die digitalen Hoden der digitalen Tiere, wenn im Spiel der digitale Winter seine eisigen Krallen zeigt. Red Dead Redemption 2 lässt uns eintauchen in das Amerika des ausgehenden 19.Jahrhunderts. Das Problem: Offenbar herrschen beim Hersteller Rockstar Games auch Arbeitsbedingungen wie im Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Studiochef Dan Houser hatte in einem Interview selbst erklärt, dass man 100-Stunden-Wochen geschoben habe, um das Spiel fertig zu bekommen. Daraufhin meldeten sich ehemalige Mitarbeiter zu Wort und berichteten von 14 Stunden Tagen, von Kurzzeitverträgen, von Nervenzusammenbrüchen und von Angst essen Seele auf.

Die ehemalige Rockstar-Mitarbeiterin Roisi Proven schreibt auf Twitter: Ich habe vor zehn Jahren für Rockstar gearbeitet. Nichts hat sich seitdem verändert und Eure wütenden Tweets werden vermutlich auch jetzt nichts ändern. Dieser Mist ist in der Spieleindustrie tief verwurzelt. Mach es, oder steig aus.

„Gehen Sie mal schön weiter, hier gibt es nichts zu sehen!“

Schon 2010, bei Red Dead Redemption 1, gab es Diskussionen über die galeerenhaften Arbeitsbedingungen, damals meldeten sich die Ehefrauen der Mitarbeiter in einem offenen Brief zu Wort, sprachen von Fehlplanung und davon, dass ihre Männer aufgrund der Umstände in Depressionen verfallen würden und sogar suizidgefährdet seien. Wenn man das alles liest, dann kommen einem die Rockstar-Spiele fast ein bisschen vor wie irgendwelche Azteken-Pyramiden: Ja, sie sind gigantisch, ja, sie sind sehr beeindruckend und ja, wenn man mal da war, will man sofort wieder hin. Aber nein, beim Bau will man nicht unbedingt dabei gewesen sein.

Mittlerweile hat sich Studiochef Dan Houser erneut zu Wort gemeldet und schreibt davon, dass so eine 100-Stunden-Woche freiwillig sei, nur die Chefs machen das manchmal, es werde ja keiner gezwungen und überhaupt: Gehen Sie mal schön weiter, hier gibt es nichts zu sehen!

Auch Mitarbeiter haben auf Twitter das Unternehmen verteidigt. Aber es bleibt das Gefühl, dass unser Spielspaß zu teuer erkauft wird, schrumpfende Pferdehoden hin, schrumpfende Pferdehoden her. In der Branche kocht nun eine Diskussion über Ausbeutung hoch, eine Diskussion, die längt überfällig ist. Bleibt zu hoffen, dass in die Computerspielindustrie irgendwann auch den Arbeitnehmer-Kampfgeist des 19. Jahrhunderts entdeckt.