#failoftheweek: Das BundesBER-Desaster

In Niedersachsen kämpft die Bundeswehr seit zwei Wochen gegen einen Moorbrand – und verliert. Das Versagen an der Feuerfront passt ins Bild, denn für unsere Streitkräfte läuft es gerade nicht gerade rund, findet Christian Schiffer.

tagesschau moorbrand niedersachsen

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Seit knapp zwei Wochen brennt in Niedersachsen nun also schon ein Moor. Jetzt sollen das Bundeswehr-Kommando „Territoriale Aufgaben“ in Berlin und Spezialpioniere aus Husum die Brandbekämpfung unterstützen, das Logistikbataillon Delmenhorst wurde bereits in Alarmbereitschaft versetzt, rund 1.000 Einsatzkräfte sind gerade vor Ort, die in der Minute 20.000 Liter Löschwasser verballern, kurz gesagt: Die Bundeswehr kämpft mit allen Mitteln gegen einen Moorbrand – und verliert. Immerhin aber konnte die Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) schon einen kleinen Erfolg an der Feuerfront vermelden: Man habe verhindern können, dass der Brand sich auf die angrenzen Wälder übergreift. Puh, noch mal Glück gehabt… alles unter Kontrolle!

Also gut, weitergehen, weitergehen! Hier gibt es nicht das Geringste zu sehen, Leute!

Natürlich fragt man sich, wie so ein Moor überhaupt brennen kann, denn eigentlich sind Moore ja per Definition nasse Lebensräume. Aber der abgelagerte Torf widerum brennt ausgesprochen gut, vor allem in heißen Sommern. Dass dieser Sommer besonders trocken war, das hätte sich ruhig auch bis zur Bundeswehr rumsprechen können, dass in dem Moor deswegen Rauchverbot herrscht, eigentlich auch. Trotzdem testete die Bundeswehr in der leicht entflammbaren Gegend Raketen und vergaß dann auch noch die Löschraupe mitzubringen. Und weil das alles jetzt nicht den allerprofessionellsten Eindruck macht, entschlossen sich die Bundeswehr-Verantwortlichen die Behörden besser erst einmal nicht über das vor sich hinkokelnde Schlamassel zu informieren. Das niedersächsische Innenministerium erfuhr von dem Brand erst, als die deutschen Streitkräfte mehr Feuerwehrmaterial anfordern mussten.

Früher, da konnte man sich in diesem Land wenigstens auf ein paar Basics verlassen: Die Nationalmannschaft übersteht die Vorrunde einer WM, Flughäfen werden fertig, Moor brennt nicht, wer Mist baut, wird nicht hochgemaaßt, die Bundeswehr schleppt Sandsäcke und verhindert so Katastrophen, anstatt selbst welche auszulösen. Heute ist das anders und bezüglich der Bundeswehr passt ganz gut ins Bild, dass sie sich, wenn sie nicht gerade sumpfähnliche Landschaften in Brand steckt, Kleinkriege mit Netzaktivisten liefert oder an ihren Sturmgewehren verzweifelt. Ach, und letztens ist dann auch noch eine ihrer Flugabwehrraketen auf einer Bundeswehr-Fregatte in die Luft gegangen.

Oh Scheiße, Feuer auf Schiff!

Man hat den Eindruck, dass die Bundeswehr immer mehr zum BundesBER mutiert, zum Berliner Flughafendesaster unter den gesellschaftlichen Institutionen. Bleibt nur zu hoffen, dass der Moorbrand in Niedersachsen schneller gelöscht wird, als in Berlin ein neuer Airport eröffnet.

 

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